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MiTAC PH5400TX-512K (Intel TX) Socket 7 Motherboard

Das PH5400TX-512 ist ein hochwertig verarbeitetes Motherboard vom taiwanesischen Workstationhersteller MiTAC. Das Socket 7 Motherboard bietet die üblichen Features der Zeit wie SDRAM-Dimm Slots und USB-Header. Das Board hat 512KB Cache und erreicht dadurch eine gute Speicherperformance. Stabilität und Leistung fallen chipsatztypisch gut aus. Weniger gut ist das Layout des Boards gelungen: Während der Prozessorsockel oberhalb der Slots liegt, können die IDE-Anschlüsse langen PCI-Karten in die Quere kommen. Interessant ist, dass MiTAC anstelle von Schaltreglern für die Prozessorspannung auf einen linearen Spannungswandler sorgt, der entsprechende Abwärme produziert.

HAM 12 TI 286 Motherboard ZERO WAIT mit 12MHz CPU + 10MHz FPU

Das HAM 12 TI ZERO WAIT ist ein kompaktes 286er Motherboard mit 8 ISA-Slots. Speicher wird in Form von DIP- oder SIPP-Modulen aufgenommen.
Der Texas Instruments Chipsatz sorgt für eine gute Performance. Ausgestattet mit einer 12MHz Intel CPU und einem 10MHz AMD Coprozessor macht dieses Board viel Spaß. ZERO WAIT ist hier Programm: Nicht nur der Speicherdurchsatz ist für 12MHz enorm, auch der ISA Bus wird mit ZERO WAIT ohne Teiler mit 12MHz betrieben. Das sorgt einerseits für eine Performance, die so manchen 16MHz System das Fürchten lehrt, andererseits erschwert es die Rechnerkonfiguration hinsichtlich der Auswahl passender ISA-Steckkarten. Viele SCSI-Controller und Soundkarte vertragen Geschwindigkeiten von über 10MHz nicht ohne weiteres. Mit einer Cirrus Logic 5422 hatte ich beste Erfahrungen sammeln können, auch eine getestete Tseng ET4000 lief problemlos. Insbesondere ESS1688 / 1868 Soundkarten machen 12MHz ISA-Takt klaglos mit.

PC-CHIPS M209 286 Motherboard

Das M209 von PC-CHIPS ist ein 286er Motherboard, dass mit CPUs von 12-25MHz zurechtkommt. Es hat 7 ISA Slots, den obligatorischen Sockel für den Coprozessor und nimmt Speicher im DIP und SIPP-Format auf. Es gibt auch Versionen mit SIMM-Steckplätzen. Der PC-CHIPS Singlechip des Boards ist eher langsam, weil sämtliche CPU-Operationen mit Waitstates ausgeführt werden. Bestückt mit einem 20MHz Prozessor bleiben die Benchmark-Ergebnisse unterhalb derer schneller 16MHz Systeme. Immerhin läuft das Board stabil und bietet ein geräumiges Layout. Im BIOS lässt sich ein Teil des Speichers als EMS definieren, auf den dann mit dem entsprechenden Devicetreiber in der config.sys zugegriffen werden kann.
Zum Aufbau eines Retro-Computers eignet sich das M209 sehr gut, zur Jagd von Benchmarkrekorden hingegen weniger.

Creative Sound Blaster AWE32 (CT3910) Wavetable ISA Soundkarte

Der Sound Blaster AWE32 Modell CT3910 ist ein als „Value Edition“ vermarktetes Produkt der AWE32 Reihe (Ein Sound Blaster AWE32 ist, vereinfacht erklärt, ein Sound Blaster 16, der mit einem Wavetablesynthesizer auf einer Platine gebaut wurde. Zum Verständnis des grundsätzlichen Funktionsumfangs wird der Artikel zum ersten Modell der Serie, dem Sound Blaster AWE32 CT2760 empfohlen). „Value“ bedeutet so viel wie „sein Geld besonders Wert sein“. Um dem Kunden eine Ersparnis zu bieten, hat Creative an einigen Stellen den Rotstift angesetzt und das zugrundeliegende Modell, den Sound Blaster AWE32 CT3900, an einigen Stellen verändert:

  • Die Simmsteckplätze zur Speichererweiterung fehlen (es ist damit nicht mehr möglich, eigene Samples oder Soundfonts zu laden, die die Menge des 512KB großen onboard-Speichers übersteigen.
  • Der 26-polige WaveBlaster Anschluß zum Aufstecken eines Daughterboards an der MPU-401 Schnittstelle wurde gestrichen.
  • Der ASP Chip (Advanced Signal Processor) wurde optional.
  • Die Platine wurde deutlich kürzer.

Als Derivat des CT3900 ist auch der CT3910 eine non-PnP Karte, die sich jedoch zum Teil per Software konfigurieren lässt. Im Verhältnis zu vielen anderen Creativekarten ist auch die Value Edition eher rauscharm. Der 512KB große onboard-Speicher ist geblieben, somit ist das Laden von AWEUTIL mit dem Patch-Mapping für General Midi, General Sound und MT32 Kompatibilität in Real-Mode DOS-Spielen weiterhin uneingeschränkt möglich. Der ASP Chip ist in allen DOS-Spielen nutzlos, also macht sein Fehlen sich nicht negativ bemerkbar. Schmerzlicher ist hingegen der Wegfall der Simmbänke. Schon ab 4MB Speicher ist es in Windows möglich, gutklingende Soundbänke zu laden und diese dann im DOS-Fenster auch in DOS-Spielen zu benutzen. Die Einsparung des WaveBlaster-Anschlußes ist für die Fans von internen Hardwarelösungen auch schade, da sich die Karte sonst mit einem Aufsteckmodul um native General-Midi-Fähigkeit erweitern lassen hätte können. Immerhin kann am Gameport nach wie vor ein externes Modul, etwa von Roland, Yamaha oder Korg angeschlossen werden.

Die DSP Version der Karte ist 4.13, jedoch kommt es nicht zu den befürchteten hängenden Noten. Der CT1747 Controller enthält eine lizensierte Version des Yamaha OPL3 FM-Synthesizers, dessen Musik durch den EMU-8000 Wavetablechip geleitet und bei Bedarf mit Reverb- und Choruseffekten versehen werden kann.

Für Spieler, die gerne eine AWE32 benutzen würden, aber keinen Platz im Gehäuse für die Langversion haben, sei diese Karte wärmstens empfohlen – solange die oben genannten Einschränkungen keine Rolle spielen.

PC-CHIPS M919 Rev. 1.5 (UMC 8881/8886) Socket 3 486 VIP Motherboard

Das M919 ist wohl das berüchtigste aller 486er Boards, hatte es sich der Billighersteller doch nicht „nehmen lassen“, seine Boards mit Fake-Cache auszustatten und die entsprechende Aufrüstung mit echtem Cache durch ein teures, proprietäres Modul als Option zu vermarkten. Doch bis es dazu kam wurde eine andere Version des Boards vertrieben, diese wird hier vorgestellt.
Bei der Revision 1.5 handelt es sich um ein seriöses Produkt. Zwar hat das Board ein recht dünnes und daher leichtes PCB, die Ausstattung ist jedoch tadellos, die Performance sehr gut und die Stabilität im grünen Bereich. Der CPU-Support entspricht dem der späteren Revisionen. Das Rev. 1.5er Board hat anstelle von Fake-Cache echte DIP-Sockel und vor allem auch echten Cache. Dieser lässt sich durch die großen Fassungen sogar auf 512KB aufrüsten.
Das Layout mit 3x PCI, 4x ISA (+ 1x VLB-Extension) entspricht den späteren Revisionen, auch das mit der Maus bedienbare AMI-Winbios ist hier bereits anzutreffen.
Wir lernen also heute: Nicht alles, was PC-CHIPS und M919 im Namen trägt, ist zwangsläufig Fake oder schlecht.

ASUS P3B-F (Intel BX) Slot 1 Pentium II / III Motherboard

Das ASUS P3B-F ist die konsequente Weiterentwicklung des ASUS P2B-F und basiert wie dieses auf dem schnellen und stabilen Intel 440BX Chipsatz, dem absoluten Referenzchipsatz für Slot 1 Systeme.
Neben erneuten Optimierungen im Bereich der Spannungsversorgung besteht der Hauptunterschied zur P2B-Serie in der Implementierung des sog. jumperfree BIOS, in dem sich nun die CPU-Parameter bequem per Tastatur einstellen lassen. Alternativ können die Einstellungen auch mit einer DIP-Klaviatur anstelle von herkömmlichen Jumpern vorgenommen werden. Das P3B-F gibt es in der Konfiguration 1/5/2 (AGP/PCI/ISA) und in der Konfiguration 1/6/1.

ASUS P2B-F (Intel BX) Slot 1 Pentium II / III Motherboard

Das ASUS P2B-F ist die letzte Ausbaustufe des legendären P2B-Boards, das seinerseits als eines der beliebtesten Slot1 Boards für Pentium II und Pentium III CPUs gilt. Das P2B-F ist rund um den Intel BX Chipsatz herum entwickelt, der nach wie vor im Ruf steht, der stabilste Chipsatz zu sein, den Intel bis weit ins neue Jahrtausend hinein zu bieten hatte. Gegenüber dem P2B ohne „F“ Zusatz hat sich das Design der Zeit angepasst: Der dritte ISA-Slot musste einem fünften PCI-Slot weichen, aus drei SDRAM-Steckplätzen wurden vier. Ansonsten wurde die eh schon hohe Stabilität mit stromhungrigen AGP-Grafikkarten verbessert und ein Spannungsgenerator eingesetzt, der ausnahmslos auch mit Pentium III der Copperminegeneration zurecht kommt. Beim ersten P2B hing die Kompatibilität noch mit der Boardrevision und dem darauf verbauten Spannungsgenerator zusammen.
Für Retro-Computer bis 1000MHz ist das P2B-F eine tolle Wahl.

Siemens Nixdorf D1085 (Intel LX) Slot 1 Pentium II Motherboard

Beim D1085 von Siemens Nixdorf handelt es sich um ein solides Intel LX basiertes Slot 1  Motherboard für Pentium II und Celeron Prozessoren. Der Intel 440LX Chipsatz ist die höherintegrierte Weiterentwicklung des Intel 440FX Chipsatzes, der für den Pentium Pro eingeführt wurde. Das Mainboard ist schlicht gehalten und gut layoutet, so dass durchweg lange Karten gesteckt werden können, ohne dass Kabel zu Behinderungen führen können. Als Besonderheit bietet das Board einen Header für einen Smartcard-Reader, mit denen einige Siemens Nixdorf Computer ausgestattet waren.

Alaris Leopard Rev. C VLB / ISA Motherboard mit OPTi 295 Chipsatz und IBM 486 SLC2 66MHz CPU + SLC 33MHz FPU

Das von IBM designte Alaris Leopard ist ein Motherboard, dass seinesgleichen sucht. Es stellt scheinbar spielend technische Widersprüche vom Kopf auf die Füße und weiß im Retro-Computer trotz gravierender Nachteile durchaus zu gefallen.

Beim ersten Betrachten der sehr hochwertig verarbeiteten Platine fragt sich vielleicht der ein oder andere, wo denn der Prozessor abgeblieben ist. Die Antwort ist einfach und macht vielleicht stutzig, denn der Prozessor befindet sich unter dem winzig kleinen Kühlkörper, direkt unter dem OPTi 295 Singlechip. Es handelt dabei um den IBM 486SLC2 mit 66MHz. Dieser ist im Grunde ein Intel 386SX mit 486er Befehlssatzerweiterung, satten 16KB Cache und interner Taktverdoppelung. Der 386SX ist wiederum ein 386er, der zwar intern in 32-Bit rechnet, aber wie der 286er an einem 16-Bit schmalen Datenbus hängt.  Das erlaubt ein vergleichsweise leiterbahnenarmes und dadurch kosteneffektives Design des Chipsatzes und der Hauptplatine. Links neben dem Prozessor befindet sich ein ULSI SX /SLC Coprozessor für Fließkommaberechnungen. Der Coprozessor läuft mit 33MHz Bustakt.

Das Board hat trotz seiner Kompaktheit 8 Slots für Erweiterungssteckkarten, zwei von ihnen haben die von 486er bekannte Vesa Local Bus (VLB) – Extension.
Wie IBM es geschafft hat, die 32-Bit Extension an einen Prozessor anzubinden, der nur einen 16-Bit breiten Datenbus hat, kann ich nicht abschließend sagen. Entweder werden die Daten in 16-Bit Happen aufgesplittet oder das Board macht sich den 16-Bit Modus des VLB Busses zu Nutzen.

Das Motherboard hat ansonsten noch zwei Zusatzcachesockel, mit denen der 64KB große Onboardcache auf immerhin 128KB erweitert werden kann. 4x 30-polige Standardsimmslots nehmen bis zu 16MB Speicher auf. Wie bei 286er und 386SX Boards üblich, reichen 2 der 8-bittigen Module zum Betrieb. Abgebildet ist eine Bestückung mit 4x 4MB Modulen mit Partity von Kingston.

Die Prozessorleistung ist erstaunlich hoch. Sie liegt deutlich oberhalb der eines 486DX/40MHz. Auch von Vesa Local Bus Grafikkarten kann das System profitieren, es erreicht mit 34,4 frames/s in 3DBench 1.0 ein Ergebnis deutlich im 486er Territorium. Doom bleibt mit 16,6 frames/s nur knapp hinter einem 486DX2/66 mit schneller ISA-Grafikkarte zurück.

Anders sieht es jedoch bei der Speicherleistung aus. Während der SLC2 Prozessor eine gute L1 Cacheperformance von 35,1MB/s erreicht und der L2 Cache immerhin noch 18,8MB/s schaufeln kann, fällt der reale Speicherdurchsatz auf magere 8,8MB/s ab – das ist das Niveau eines schnellen 286ers.

Zusammenfassend lässt sich ohne Zweifel festhalten, dass das Alaris  Leopard Motherboard mit verlöteter 486SLC2 CPU schon Spaß macht. Mit dem exotischen System kann sowohl gespielt und gearbeitet werden und die VLB-Implementation läuft erstaunlich störungsunanfällig. Hätte ich dieses Board jedoch als damals aktuelle Plattform gekauft, käme ich wohl nicht umhin, mich verschaukelt zu fühlen, denn ein „echter“ 486er mit 66MHz mit VLB-Grafik zieht Kreise um die Alaris Hardware.

Das Leopard Rev. C Board wurde auch mit 50MHz CPU verkauft, die Performance der kleineren Version fällt deutlich geringer aus.

Hinweis: Heute sind fast alle dieser seltenen Boards zerstört, da die Serie der verbauten Varta-Tonnenakkus scheinbar noch häufiger ausläuft und die Leiterbahnen zerfrisst, als dies seine zahlreichen Kollegen auf anderen Boards tun. Im hier gezeigten Zustand kann die Platine, die meine Sammlung erst dieses Jahr (2017) erreichte,  ohne Übertreibung als wahrer Glücksfund bezeichnet werden.

Soyo SY-5VD Socket 7 PCI / ISA Motherboard mit Intel VX Chipsatz

Das Soyo 5VD basiert auf dem Intel VX Chipsatz und ist für diesen ein relativ modernder Vertreter seiner Zunft. Zu den modernen Features zählt neben dem Support für SDRAM vor allem auch ein USB-Header, aber auch der Schaltregler zur Spannungsbereitstellung: Ältere Motherboards haben sehr häufig einen linearen Spannungswandler auf Basis eines einzigen Leistungstransistors. Der Cache des Board ist 512KB groß, was gegenüber Bestückungen mit nur 256KB für ein kleines Leistungsplus bei der Speicherperformance sorgt.

Durch das recht gelungene Layout des Boards können je zwei lange PCI- und ISA-Karten gesteckt werden, die Controlleranschlüsse befinden sich im oberen Bereich des Boards, so dass einen Flachbandkabelsalat vermieden werden kann. Die Stabilität ist Soyo-typisch gut.