Der große Wavetable-Vergleich – Das Setup

Ich habe mich kurzerhand dazu entschlossen, die IBM PS/1 Präsentation in die Warteschleife zu schicken.

Andere Sachen sind wichtiger. Und zwar möchte ich zunächst auch aufgrund des großen Zuspruchs meine Wavetable Daughterboarddokumente vervollständigen.

Dazu gehören vollständige Daten der Midiboards und persönliche Eindrücke. Und die kann man sicher nicht besser untermauern als mit handfesten Klangbeispielen aus erster Hand. Ich werde also Board für Board anschließen und eine standardisierte Auswahl aus 10 Midi-Stücken aufnehmen.

„Artikel weiterlesen“ klicken für:  Rechnersetups, Softwaresetups & erste Klangbeispiele

Hardware des Midi-Rechners:

  • AMD K6-III+ @ 133MHz
  • Mini-Rechner auf NLX Basis
  • 128MB RAM
  • 1,2GB Festplatte
  • ESS1868F Soundkarte mit Lineout ohne Verstärker – tolle! Signalqualität
  • WaveBlaster-Header herausgeführt zum bequemen Wechseln in der Enge des Mini-Rechners
  • Windows 98SE / MS-DOS 6.22

Hardware des Aufnahmerechners:

  • AMD Phenom Triple Core 8750 Black Edition @ 3x 2,4GHz
  • Rechner auf AMD 780G Basis
  • 4GB RAM
  • 640GB Festplatte
  • Realtek ALC888 HD-Audio Codec (bezüglich des Rauschens besser als alle meine PCI-Soundkarten)
  • modifizierte 64-Bit Version von Ubuntu 11

Dazu benutze ich folgende Software:

  • GSPlay für DOS zum Abspielen der Midi-Musik
  • Ardour für Linux (GTK2) zum Aufnehmen der Musik
  • Audacity für Linux zum Postprocessing der Aufnahmen

Die Vorgehensweise ist sehr einfach:

  1. GSPlay startet mit der Kommandooption, sämtliche Midi-Dateien des Ordners zu spielen
  2. Da jedes Midiboard einen eigenen Lautstärkepegel mitbringt, muss der Aufnahmerechner auf den entsprechenden Pegel des lautesten Stücks eingestellt werden
  3. Danach kann die Aufnahme losgehen
  4. Nach der Aufnahme wird der komplette Datenstrom verlustlos als FLAC gespeichert
  5. Die FLAC Datei wird dann in die einzelnen Stücke segmentiert und normalisiert
  6. Die normalisierten Segmente werden in OGG konvertiert, 44,1KHz, 160bps
  7. Fertig!

Natürlich wäre es qualitätssteigernd, wenn man den Aufnahmepegel des Line-In Eingangs bei jedem Stück neu einstellt und nicht nachträglich jedes Stück normalisiert. Dadurch hätte man ein geringeres Grundrauschen. Allerdings würde es wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, Stück für Stück einzupegeln. Das würde den Rahmen sprengen und vor allem auch ein klein wenig haarspalterisch sein, denn die Konstruktion des WaveBlaster-Standards an sich rauscht immer, da die Ausgänge nunmal analog sind. Aber das gehört zu dieser Zeit dazu und ist eben deshalb auch authentisch. Bei leisen Wavetablemodulen musste man auch zu DOS-Zeiten den Mixer hochdrehen und hatte auch dort ein höheres Grundrauschen. Von daher für mich als Aufnahmemethode absolut vertretbar, zudem die oben genannten Umständen der geneigten Hörerschaft sicher bekannt sein dürften.

Bleibt noch ein Geheimnis zu lüften.. Welches sind die 10 Stücke, die ich durch jedes meiner Midiboards jage?

*Trommelwirbel* :

  1. Monkey Island II Title
  2. Indiana Jones Atlantis Theme
  3. Legend of Kyrandia: Erster Wald
  4. Doom I: E1M1
  5. Doom I: E3M1
  6. Tie Fighter: Hauptmenü
  7. Descent I: Level 21
  8. Descent II: Intro
  9. Ultima VIII: Endgame
  10. Edvard Grieg: In der Halle des Bergkönigs (mein Lieblingsstück aus der Romantik)

Soll ich als Nr. 11 noch das Duke Nukem 3D Theme „Grabbag“ aufnehmen?

  •       1. Grabbag_SOWT-12
  •       2. Grabbag_SOWT-24

Ach ja, Lee Jackson verkauft gerade DIE Soundkarte, mit der er Grabbag seinerzeit komponiert hat…

Aktueller Status: Komplett aufgezeichnet,  Postprocessing ist fertig. Projekt 11 OGGS kann beginnen Projekt „Soundkarten Recordings“ kann beginnen.. Stay tuned!

P.S: Hier mal ein paar kleine Vorab-Leckerbissen: Es ist das dichte Stück „Endgame“ aus Ultima VIII, abgespielt vom Terratec MiniWave System WT64 und vom Terratec MiniWave System SOWT-12, dass ich an einen sehr netten Sammler aus Polen verkauft habe . Und bitte nicht vergessen, das relativ hohe Grundrauschen stammt vom Normalisierungsprozess nach der Aufnahme, wobei das SOWT-12 vom Hersteller wesentlich leiser eingestellt ist als das WT64, dass von der Grundlautstärke dem DB60XG (Clone) nahekommt:

  •       3. Endgame auf Terratec MiniWave WT64
  •       4. Endgame auf Terratec Miniwave SOWT-12
  •       5. Endgame auf Terratec WaveSystem Professional SOWT-24

Wer erkennt, welches Daughterboard dahintersteckt?

  •       6. Descent II Intro auf XXX
    (OHNE Normalisierung, da auf das Stück eingepegelt wird.)

8 Gedanken zu „Der große Wavetable-Vergleich – Das Setup

  • 18. Dezember 2012 um 14:48
    Permalink

    Hallo Fabian,
    Also ich setze da eher auf Soundfonts, und wenn ich MIDIs abspiele, benutz ich meistens XMPlay, ein guter Soundfont-Player. Zusammen mit meinem Soundfont bekomm ich schon einen guten Sound raus. Du musst wissen, dass ich ein Roland-Fan bin, und sich der Roland Sound für mich einfach nur gut anhört. Was ich fragen wollte, wo gibts die Monkey Island-MIDIs ??, Die hören sich einfach nur geil an.

    MFG Valnar

    Antwort
  • 17. Dezember 2012 um 03:01
    Permalink

    Das Descent II Intro hört sich an, als ob es mit einem Roland SC 55 aufgenommen wurde.

    Antwort
    • 17. Dezember 2012 um 18:20
      Permalink

      Hallo Valnar,
      da hast du ja ein uraltes Posting ausgebraben. Das Intro wurde mit dem Terratec Wavetable Professional, Model: SOWT24, aufgenommen. Das basiert ja bekanntlich auf dem Roland Soundfont, von daher hast du ja fast recht.

      Mittlerweile hat sich das Recording-Setup grundlegend geändert, ich spiele mittlerweile mit Winamp die Midis ab und nehme den Output mit Audacity auf.

      Viele Grüße
      Fabian

      Antwort
  • 16. Juni 2011 um 17:44
    Permalink

    Hallo!

    Ich finde die Auswahl der ersten drei Spiele sehr unglücklich, da die Soundtracks nicht für General MIDI komponiert wurden. Um den Vergleich wirklich authentisch zu machen, sollte man sich auf Musikstücke aus Spielen beschränken, die auch den General MIDI-Standard direkt unterstützen, selbst wenn die Stücke nachträglich für die General MIDI Wiedergabe optimiert wurden.

    „Monkey Island 2“, „Indiana Jones And The Fate Of Atlantis“ und „The Legend Of Kyrandia“ sind besonders bekannt für ihren überragenden Roland MT-32 / LAPC-I-Sound und sind als Beispiele für die General MIDI-Wiedergabe ungeeignet.

    Als Alternative böte sich „Sam & Max – Hit The Road“ oder „The Legend of Kyrandia Book II: The Hand Of Fate“ an, da diese Soundtracks wirklich für den General MIDI-Standard komponiert wurden.

    Viele Grüße
    Monty

    Antwort
    • 9. März 2012 um 21:30
      Permalink

      Hallo Monty,
      danke für deine Kritik. Ich möchte mich gerne rechtfertigen, denn ich habe mir bei der Auswahl der Tracks durchaus Gedanken gemacht. Heute, bereits 2012, sieht die Trackliste ähnlich, aber etwas anders aus als zum Zeitpunkt deines Beitrags, der aber noch immer das gleiche Thema adressiert:

      Kern deiner Kritik ist die Verwendung von MT-32 Tracks und deren Wiedergabe auf Modulen, die keine eigenen Patches hochladen können. Natürlich ist es zutreffend, dass Monkey Island 2, Legend of Kyrandia und auch Indiana Jones ursprünglich für die Wiedergabe auf Roland-Modulen mit Patch-Upload (MT-32, LAPC-I/N) optimiert bzw. spgar darauf und dafür komponiert wurden. Jedoch standen weder damals noch heute jedem Anwender diese (teure-) Hardware zur Verfügung. Die Mehrzahl der heute aktiven Retrospieler hat kein MT-32 angeschlossen, geschweige denn eine Roland LAPC-Karte eingebaut. Wenn die Mehrzahl der Retrospieler Wavetable-Sound nutzt, dann meist mit einem Daughterboard, dass den MT-32 Modus nur durch Bank-Switch des General-Midi Patch-Sets beherrscht und im MPU-401 UART Modus betrieben wird, also ohne die Möglichkeit des Sample-Uploadings durch die genannten Spiele. Die von dir kritisierten Spiele sind beliebt und toll, gehören wohl zweifelsfrei zu den absoluten TOP-Adventures, die es jemals für MS-DOS gab. Und genau darum habe ich diese Stücke ausgewählt. Eben weil die Mehrheit der User kein MT-32 oder LAPC-I/N im PC hat und interessiert daran ist, wie diese Spiele denn auf „normalen“ Wavetable-Modulen klingen.

      Ich hoffe, dass du dennoch Gefallen an meiner Arbeit findest und weiterhin Kritik übst. Denn ich bin der festen Überzeugung, das totaler Konsens die Gemeinschaft nicht weiterbringt. Die Würze liegt doch meist in unterschiedlichen Meinungen 😉

      Viele Grüße
      Fabian

      Antwort
  • 10. Juni 2011 um 18:07
    Permalink

    Oh I forgot to post my guess on the XXX file. I don’t have a wavetable yet, but I’ve listened to many of them. The drums and the depth remind me of DB50XG. Dustin

    Antwort
    • 10. März 2012 um 11:13
      Permalink

      Near missed, Dustin. The SOWT-24 was used for that recording 😉

      Antwort
  • 10. Juni 2011 um 18:03
    Permalink

    This is really good stuff. incredible effort man. I came to this site via google when I searched the net for wavetable boards. I’m looking forward to listen to the complete tracklist. Keep up the good work! Dustin from Mil-Town

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.