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Terratec EWS64 XL Version 1.2 Wavetable Soundkarte

Die Terratec EWS64 in der hier vorliegenden „XL“ Version ist wie die Maestro 32/96 eine Wavetable-Soundkarte mit zwei unabhängigen MPU-401 Interfaces (UART Modus), verfolgt jedoch durch die Verwendung von RAM als Klangspeicher (im Gegensatz zur Maestro, deren Wavetableklänge im onboard-ROM gespeichert sind) ein anderes, wesentlich flexibleres Konzept. Dafür hat die Karte einen 2MB Speicherchip fest installiert, der sich mit Hilfe eines PS/2 Moduls bis auf 64MB erweitern lässt. Der Name EWS leitet sich vom Mythos der bekanntlich nicht existenten „Eierlegenden WollmilchSau“ ab, Terratec versuchte mit diesem Soundsystem diverse Anwendungsbereiche mit einer einzigen Karte abzudecken, DOS-Spiele sollen ebenso gut möglich sein wie die Wavetable-basierte Musikproduktion unter Windows.

Herzstück der Karte ist der vom französischen Soundspezialisten entwickelte, hochintegrierte Chip dream SAM9407, der neben dem Wavetablesynthesizer auch einen programmierbaren Effektprozessor bietet. Der Effektprozessor klingt in seiner Ausgangskonfiguration etwas trocken, was dem Wavetable zum Zeitpunkt seines Erscheinens Kritik einbrachte. Mittlerweile wurde allerdings von findigen Musikern eine Konfiguration ausgetüftelt, die den Chorus- und Reverbeffekt so konfigurierten, dass der Wavetable mit den entsprechenden Soundfonts genau so klingt wie ein Yamaha- oder Rolandmodul. Sehr dynamisch, knackig und druckvoll. Der Roland- Sound Canvas Soundfont (4MB) liegt übrigens der Original Treiber-CD bei, ein Yamaha Soundfont, der dem DB50XG-Wavetablemodul (4MB) entspricht, ist ebenfalls verfügbar. Beim Start der Soundkarteninitialisierung unter DOS kann man den zu ladenen Soundfont definieren, so stehen dann ganz nach Belieben unterschiedliche Sountfonts zur Verfügung, so dass man je nach Spiel den optimalen auswählen kann.

Zwar bietet die EWS64 ein Speicherupgrade bis 64MB an, der General-Midi-Spieler benötigt davon jedoch maximal 9MB, denn so groß ist der größte sinnvoll einsetzbare verfügbare Soundfont. Da die Soundkarte jedoch ursprünglich auch für Musiker konzipiert wurde, die ihre eigenen Samples hochladen konnten oder beispielsweise hochauflösende Drumkits oder Klaviere abspielen ließen, ist die Möglichkeit, große RAM-Module zu verwenden als ein Merkmal echter Professionalität zu verstehen.

Jedem Retro-Fan, der sich mit Wavetablemusik für Spiele auseinandersetzt, sei diese Karte ans Herz gelegt, denn sie deckt viele Standards  auf einmal ab und ist dabei flexibler als die meisten anderen Soundkarten, wenn es um die Verwendung gänzlich unterschiedlicher Soundfonts geht.

Die XL Version wurde übrigens mit einem Frontmodul für den 5,25″ Schacht ausgeliefert, an dem man Midinstrumente oder Synthesizer und auch ein weiteres Wavetable-Daughterboard anschließen konnte. Die L-Version entsprach der XL-Version ohne Frontmodul, die S-Version hatte nur ein Midi-Interface, kann also nicht mit einem Daughterboard im Frontmodul erweitert werden und hat anstatt des Crystal-Codecs einen AnalogDevices Soundport-Codec verbaut, der ebenfalls AdLib, SoundBlaster, SoundBlaster Pro und Windows Sound System kompatibel ist. Die Roland- und Yamaha Soundfonts lassen sich auch mit der S-Version verwenden, denn auch sie hat den dream SAM9407-Wavetablesynthesizer. So ist es für den DOS-Spiele-FAN mit Schwerpunkt auf General-Midi Spielen eigentlich egal, welche Version der Karte er nun erwirbt, jedoch ist es empfehlenswert, ein 8MB Speichermodul zu installieren, um auch in den Genuß des hochwertigen 9MB Dream General Midi Soundfonts (oder der exzellenten Hoontech GS Bank mit 8MB Platzbedarf) kommen zu können.

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