Gigabyte GA-586HX Rev. 2.01 / HX2 (Intel HX) Socket 7 Motherboard, PCI

Das Gigabyte GA-586HX gilt als eines der besten Sockel 7 Motherboards überhaupt, wenn man denn einen Superlativ für eine Hauptplatine für angemessen hält. Aber was macht das Board so beliebt, dass sich Fangruppen gebildet haben, Internetseiten dafür entstanden sind, Mod-Guides veröffentlicht wurden und selbst heute das Board in der Retro-Gemeinde so sehr begehrt ist?

Nun, die Antwort ist recht simpel: Weil es einfach läuft! Das 586HX ist ein Board, das seinen Dienst tut und dabei dem Anwender eine große Freiheit an Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Natürlich muss man das Board auch im Kontext seiner Zeit betrachten, denn es bot damals mehr als die Konkurrenz: Einmalig ist die Auto-Voltage-Einstellung für CPU’s, außerdem finden sich gleich 6 PS/2 Steckplätze für Arbeitsspeicher, was dem verwendeten Intel HX-Chipsatz (aka Intel Triton II) auch gut zu Gesicht steht, ist er doch Intels einziger Sockel 7 Chipsatz mit einer cacheable area von mehr als 64MB. Ganze 512MB ist er Instande zu puffern, wenn man die 512KB pipelined burst cache mit einen zweiten TAG-RAM unterstützt (siehe Bild oben rechts). Das wird man auf einem Board dieser Leistungsklasse kaum ausnutzen wollen, aber 128MB oder auch 256MB sind für viele Anwendungszwecke, auch für heutige Retro-Rechner, sinnvoll. Außerdem ist der Intel HX an Stabilität kaum zu übertreffen, ihn bringt auch eine Vollbestückung und Mischungen aus PnP und non-PnP Karten nicht so schnell ins Wanken. An Anschlüssen ist das Board ebenfalls auf der Höhe der Zeit, es bietet neben dem PS/2 Port auch den gerade eingeführten USB-Anschluß in Form eines 2×4-Pin Headers.

Sehr gut gelungen ist zudem das Platinenlayout, dass sowohl die Verwendung gleich zweier langer PCI-Karten und zwei bis drei langer ISA-Karten, wobei die Länge der dritten ISA-Karte durch die beiden IDE-Ports limitiert wird, ermöglicht. Das ist deutlich besser als bei der HX-Konkurrenz vom Erzrivalen ASUS, der mit dem ASUS P/I-P55T2P4 ebenfalls ein heißes Eisen im Feuer hatte. Hier kann man leider nur eine lange PCI- und auch nur eine lange ISA Steckkarte verwenden, da CPU-Kühler und Spannungswandler den Platz für weitere Langkarten unnutzbar machen. Auch Jumper sucht man bis auf den CMOS-Clear Jumer vergebens, eine kleine DIP-Klaviatur konfiguriert Bustakt, Multiplikator und Spannung – die Einstellungen sind dabei allesamt auf dem Board aufgedruckt. Die vorliegende Revision 2.01 des Boards verwendet einen Schaltregler, der eine Feinabstufung von 2.0 bis 3.7 Volt für die CPU zulässt, das war bei den alten Revisionen (z.B. 1.53 und 1.56) nicht möglich, da diese auf einen linearen Spannungsregler setzten, der zudem für ordentlich Abwärme sorgte (aber trotzdem stabil arbeitete). Und dieser Schaltregler wurde äußerst großzügig dimensioniert, er wird auch Ströme von 25-30A verarbeiten können, was das Board auch für den Einsatz stromhungriger CPU’s der 400MHz Klasse verwendbar macht. Durch BIOS-Updates ist es ohne weiteres möglich, selbst K6-2 und K6-3 Prozessoren zu verwenden. Limitierend wirkt sich dabei lediglich der maximale Bustakt von 66MHz aus, was schade ist, denn die Konkurrenz hat gezeigt, dass auch 75MHz stabil laufen können und für experimentellen Betrieb auch die 83MHz nicht unerreichbar sein müssen (Abit-IT5H).

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