Roland Sound Canvas SCB-7 Wavetable Daughterboard, 4MB

Das Roland SCB-7, auch zusammen mit der MPU-401 8-Bit ISA-Karte als SCD-10 bzw. SCM-10 vermarktet, ist ein General Midi kompatibles Wavetablemodul für den WaveBlaster Anschluß. Es gab auch die Standalonekarte RAP-10, eine Verschmelzung der MPU-Karte und des Wavetableparts. Es bietet mit 128 Instrumenten und 6 Drumkits die Standardinstrumentalisierung des General Midi Standards und hat einen Effektprozessor für Reverb, Chorus und Delay. Der Soundfont des SCB-7 basiert auf dem berühmten Roland Sound Canvas, einer hochwertigen digitalen Aufzeichnung diverser echter Instrumentensamples. Der Sound Canvas ist besonders für seine Ausgewogenheit und die hohe Qualität der orchestralen Instrumente bekannt (im Gegensatz zu Yamahamodulen, die ihre Stärke eher bei den Synthesizer-Instrumenten haben). Da Roland bereits Ende der 80er Jahre die Wavetableszene mit Produkten wie dem MT-32 und der LAPC-I belieferte, wurden die Klangerzeuger des Hauses Roland bis Mitte der 90er Jahre zum Quasi-Standard für Spieleproduzenten, die die Spielemusik meist auf Soundmodulen komponierten, die auf dem Sound Cancas Soundfont beruhten. Dadurch klingen viele Spieletitel mit Roland Modulen genau so, wie es der Spieleentwickler vorgesehen hat. Das wohl berühmteste Beispiel dafür war die Star Wars Spieleserie von LucasArts, die mit Roland Wavetablesound einfach am besten klingt.

Zum 1991 mit dem SC-55 eingeführten, erweiterten Standard GS (expanded General Sound), der noch 113 weitere Instrumente sowie 8 zusätzliche Drumkits enthält, ist das SCB-7 nicht kompatibel, dies ist dem Daughterboard SCB-55 vorbehalten. In der Musikproduktion war GS recht erfolgreich, allerdings gibt es keine mir bekannten DOS-Spiele, die den GS-Standard unterstützen, zu dominierend war seinerzeit der vorherrschende General Midi-Standard.

Die folgenden 21 Musikstücke sind Originalaufzeichnungen vom SCB-7 Modul, sie klingen auf einem SCB-55 Daughterboard, einem SC-55 oder SC-7 Modul oder auf einer SCC1 oder einer RAP-10 exakt gleich:

Der Roland Sound Canvas war so berühmt, dass andere Firmen sich des Soundfonts in Form von digitalen Kopien bedienten und sie dann auf den ROM-Chips ihrer eigenen Produkte speicherten. Bekanntestes Beispiel ist der französische Soundspezialist „dream“, der seine Wavetablesynthesizer mit dem Roland-Soundfont ausstattete, was dem Konzern eine Klage wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht einbrachte und später zu einer Nachlizensierung des Soundfonts führte. Dass der Soundfont jedoch nicht alles ist, zeigen die Produkte mit dream-Synthi und Roland Soundfont: Man hört zwar, dass die einzelnen Instrumente identisch sind, die Klangcharakteristik ist jedoch je nach gespieltem Titel mal mehr und mal weniger anders. In der Tendenz scheint der dream-Synthi in der Grundeinstellung mit den Effekten sparsamer umzugehen, was den Eindruck eines trockenen, bisweilen gar klinischen Sounds ergibt. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Eine Maestro 32/96 mit 4MB Roland Soundfont klingt ganz hervorragend, aber eben nicht identlisch zum Original. Es ist jedoch bei allen dream basierten Karten (u.A. auch Terratec EWS64-Reihe, Oksori WS32) möglich, die Effekte einzustellen und so den Rolandmodulen zum Verwechseln nahezukommen.

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