Oksori WS32 Soundkarte mit 4MB Wavetable Daughterboard

Die Oksori WS32 ist eine Soundkarte, die vornehmlich zu Karaokezwecken in Asien vertrieben wurde. Sie besteht aus einem AD1846 Soundport Codec von Analog Devices, einigen mir nicht bekannten „oksori“ Chips und einem angehängten Wavetable-Daughterboard mit 4MB ROM auf Basis des dream SAM9233 und des Effektprozessors SAM8905. Am Slotblech sind neben einem Lautsprecherausgang und Lautstärkeregler gleich zwei Mikrofoneingänge und ein Midiport.

Das Daughterboard, auf manchen Websites WS32-MEF genannt, hat noch weitere Anschlüsse: Die Pfostenbuchse ist für ein Sample-RAM-Upgrade, die Steckerleisten möglicherweise für Datenträger. Auf koranischen Internetseiten ist zu lesen, dass die Midi-Qualität „toll“ sein soll, ein Blog spricht von der wunderbaren Midi-Musik bei Warcraft II. Das ist sicher keine Untertreibung, denn in den ROM-Chips von Samsung befindet sich der zweifelsfrei beste Soundfont für DOS-Spiele, der  Roland Sound Canvas.

Darüber hinaus bietet die Karte ein Tool, dass es erlaubt, den Effektprozessor der Karte unter DOS zu konfigurieren. Damit lassen sich Reverb- und Choruseffekte stufenlos von 0-15 einstellen:

Reverb:

Room1
Room2
Room3
Hall 1
Hall 2
Plate
Delay
Panning Delay

Chorus:

Chorus 1
Chorus 2
Chorus 3
Chorus 4
Feedback Chorus
Flanger
Short Delay
Short Delay Fall Back

Erinnern Sie sich noch an den Mitte der 90er Jahre formulierten Nachteil der dream-Synthesizers, dass dieser “trockener” klingen soll als die originalen Roland Boards? Dass dream bei der Abmischung mit den Effekten gegeizt haben soll? Das ist hier nicht der Fall, denn hier kann der Benutzer selbst Hand anlegen und Abhilfe schaffen. Bei Bedarf lassen sich bei der Oksorikarte auch wesentlich stärkere Effekte einstellen als bei den original Rolandkarten. Damit hat man dann unterm Strich den originalen Soundfont und die Möglichkeit, die Effekte nach seinem eigenen Gusto anzupassen. Das finde ich bislang sehr genial.

Ein anderes Tool erlaubt den Betriebsmodus der Karte. Man kann zwischen internem und externem MPU-Interface wählen. Beim internen kann man dann zwischen GS-Mode und MT-Mode switchen und beim externen kann man zwischen “normal” und “UART” wählen, was mich vermuten lässt, dass es sich um ein Intelligent-Mode fähiges Midi-Interface handelt, dass es erlaubt eigene Patches auf den Synthi (meist dann wohl MT-32 und Konsorten) upzuloaden. Dies habe ich jedoch nicht überprüft.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass diese Karte unter DOS nicht einmal eine Initialisierung benötigt. Die Karte spielt Effekte und Musik, ohne jeglichen Softwareaufruf.

Sie ist zu folgenden Standards kompatibel:

AdLib (OPL2)
SoundBlaster (OPL2 und Mono Effekte)
SoundBlaster Pro (OPL3 und Stereo Effekte)
Windows Sound System
General Midi über interne Roland MPU-401 Schnittstelle oder externes Interface
General Sound Standard (Roland GS)
MT-32 Mode (per Bank switching ODER externes Modul über das zweite Interface)

Also insgesamt ein absoluter Volltreffer und das Beste, was ich seit Ende der 90er Jahre in Sachen Roland Sound Canvas gehört habe (eben weil man den originalen Soundfont individuell mit Reverb- und Choruseffekten anpasssen kann).

Jedem, der Interesse an einer tollen Soundkarte hat, die problemlos unter DOS (und Windows) sowohl Midi als auch SoundBlaster (Pro) wiedergeben kann, sei als Alternative zu den sonst einschlägigen Soundkarten von Roland, Yamaha und Terratec die Oksori WS32 Soundkarte genannt und empfohlen. Da die Karte ausschließlich in Asien vetrieben wurde, ist ihr Potential hier in Europa und auch in den USA weitestgehend unbekannt.

 

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