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Creative Sound Blaster AWE64 Gold CT4390 Soundkarte

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Der SoundBlaster AWE64 Gold stellt die „Krönung“ von Creatives ISA Soundkartenreihe dar. Als Nachfolgerin der AWE32 Karte von 1994 setzt die AWE64 Gold von 1996 auf sanfte Weiterentwicklung und nicht auf Revolution. Alles wurde ein wenig besser integriert, ein paar Features sind neu dazugekommen, andere dafür ersatzlos gestrichen worden. Es wurde letztlich der Marktentwicklung Sorge getragen. Wenngleich die Karte im Prinzip die gleichen Features bietet wie Ihre Vorgängerin (In Spielen kompatibel zu AdLib, SoundBlaster, SoundBlaster 16 und SoundBlaster AWE32), so kann der auch im AWE64 verbaute EMU8000 Wavetablesynthesizer nun auf eine 64 stimmige Polyphonie zurückgreifen, jedoch nur mit Hilfe einer Software, die mehr als die Hälfte der Stimmen von der CPU des Rechners berechnen lässt, anstatt z.B. zwei EMU8000 Synths zu verbauen. Dafür hat die AWE64 Gold 4MB RAM für Wavetablesamples verbaut, die AWE32 musste mit 512KB Sampleram auskommen, war dafür aber durch zwei Simm-Sockel einfacher auf maximal 28MB aufrüstbar, die AWE64 benötigt ein damals wesentlich teureres proprietäres Speicherupgrademodul von Creative. Hinzugekommen ist noch eine Spielerei namens „3D Positional Audio“ für einen „besonderen Raumklang in Spielen“.

Für Wavetable und Midifreunde gab es mit der AWE64 Gold gute und schlechte Nachrichten: Zum einen wurde der Wavetableanschluß für Daughterboards wegrationalisiert, zum anderen wurde der allseits bekannte und extrem nervige „Hanging Notes Bug“, bei dem gespielte Midi-Noten eines Soundtracks bei gleichzeitiger Verwendung von digitalen Effekten in Spielen einfach hängen blieben und einen Dauerton (oder Töne) von sich gaben, beseitigt, einer neuen DSP Version (4.16) sei dank. So kann man nun also am MPU401 (UART) kompatiblen Gameport einen externen Midi-Synthi anschließen und diesen endlich fehlerfrei in Spielen zusammen mit den SoundBlaster 16 Digitaleffekten genießen. Das sollte man für hochwertiges Midi auch tun, denn leider hat auch die AWE64 Gold nur den altbekannten 1MB großen Soundfont im ROM, der qualitativ den Soundfonts von Roland und Co. haushoch unterlegen ist. Die guten Soundfonts für den EMU8000 sind nach wie vor nur in Windows lad- und nutzbar, dann aber auch in allen in der DOS-Box laufenden Spielen.

Verbessert wurde bei der AWE64 Gold auch die Signalqualität. Die Karte ist sehr rauscharm, was sie insbesondere von den frühen AWE32 Modellen unterscheidet, die teilweise doch ein recht starkes Rauschen hatten. Nun ist alles, was aus den hochwertigen, vergoldeten RCA-Ausgängen kommt, glasklar. Ob die Goldbeschichtung nun tatsächlich einen Vorteil bringt oder eher Marketingtrick ist, sei dahingestellt. Hier scheiden sich die Geister, meines Wissens gibt es jedoch keine eindeutigen Belege für einen signifikaten Vorteil einer Goldbeschichtung mit der Verwendung von herkömmlichen Lautsprechern oder Kopfhörern.

Ansonsten bietet die Karte gegenüber der AWE32 keinen Vorteil. Auch das Signalrouting wurde beibehalten,  d.h man kann die FM-Signale, die durch den EMU zum DAC geroutet werden mit Reverb- und Choruseffekten versehen und dadurch den eh nicht originalgetreuen FM-Klang weiter verändern.

Für Retrocomputer-Einsteiger ist die Karte immer eine Empfehlung wert, sie bringt jedes Spiel zum Erklingen, ist kinderleicht zu konfigurieren und bietet durch den EMU8000 Synthi zwar keine General Midi Kompatibilität unter DOS, aber in vielen Spielen durch AWE32-Unterstützung immerhin besseren Klang als FM-Sound, der vielleicht Lust auf mehr macht – was dann durch den späteren Zukauf eines externen Synthis problemlos möglich ist. Das gleiche gilt übrigens auch für die AWE64 Value.

FM-Sound Puristen und Yamaha OPL Fans machen am besten einen großen Bogen um diese Karte: Wie schon die allermeisten PnP-Versionen von SB16, SB32 und AWE32 bietet auch die AWE64-Serie keinen echten OPL3 mehr. Zwar ist die integrierte FM-Synthese zu OPL3 kompatibel, der Klang ist jedoch anders und meiner Meinung nach auch deutlich schlechter, klinischer, verschrobener.

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