VideoLogic Apocalypse 5D Sonic (Tseng ET6100, PowerVR PCX2, ESS Agogo), PCI

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Die VideoLogic Apocalypse 5D Sonic ist eine 3 in 1 PCI Kombikarte von 1997. Sie bietet dem Kunden eine Rundumversorgung auf hohem Niveau:

  • 2D Teil:
    Für die 2D-Bilddarstellung setzt die Apocalypse 5D auf den Tseng Labs ET6100 Chip und 2MB MDRAM (das Bild zeigt die auf 4MB MDRAM aufgerüstete Karte). Die Leistung ist ebenso wie die Bildqualität unter Windows 9x sehr gut, auch die Bildwiederholraten sind dank 170MHz RAMDAC gut. In purem DOS ist die Geschwindigkeit noch im grünen Bereich, reicht aber bei weitem nicht an die Performance reiner ET6x00 Karten heran.
  • 3D Teil:
    Um den damals aufkommenden 3D Hype mit einem Produkt bedienen zu können, bietet die Karte auch den von der matrox m3d bekannten PowerVR PCX2 Chip, dem eigene 4MB Texturspeicher zur Verfügung stehen. Der 3D Beschleuniger bietet Performance auf 3Dfx Voodoo Niveau, jedoch mangelte es damals an der Softwareunterstützung, so dass es wesentlich mehr Titel mit 3Dfx als mit PowerVR Optimierung gab. Ein externes Kabel ist wie bei anderen PowerVR Karten nicht erfoderlich, die Daten werden direkt über den PCI Bus in den Bildspeicher der 2D Karte geschrieben und dann darüber an den Bildschirm gesendet.
  • Audio Teil:
    Die Karte hat den soliden ESS Agogo verbaut, dieser PCI-Chip bietet Hardwarebeschleunigung und damit CPU Entlastung unter Windows, hat einen 64-stimmigen Wavetablesynthi mit Effektprozessor verbaut und ist unter DOS zum SoundBlaster Pro und OPL3 Standard kompatibel. Der Klang ist ordentlich, das Rauschverhalten allerdings nicht auf dem Stand der Technik. Ein Header für Joystick/Midi ist ebenfalls verhanden.

Unter dem Strich gelang es mit dieser Karte weder Tseng Labs noch NEC mit ihrem PowerVR, bedeutende Marktanteile von den Marktführern abzuknabbern. Auch wenn die Karte an sich toll funktioniert und ein interessantes Integrationskonzept aufweist (mehrere PCI Geräte auf einer Karte – realisiert durch PCI-Bridges), ist gegen 3Dfx damals einfach kein Kraut gewachsen. Der verbaute ET6100 war der letzte Chip der Traditionsschmiede, der Marktreife erlangte. Auch NEC zog die PowerVR Technology fürs erste vom PC-Markt zurück und überließ das Feld der Konkurrenten 3Dfx, ATi und nVidia. Für Freunde alter Computerhardware ist dieses technisch sehr interessante und heute recht seltene Kuriosum natürlich von einigem Wert.

7 Gedanken zu „VideoLogic Apocalypse 5D Sonic (Tseng ET6100, PowerVR PCX2, ESS Agogo), PCI

    • 18. Oktober 2016 um 23:11
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      Um es für die Nachwelt festzuhalten, wenn der Preis nicht mehr sicherbar ist:
      Die 2MB Version dieser Karte wird für 500 britische Pfund = 552,81 Euro angeboten.

      Antwort
  • 29. August 2014 um 03:26
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    Könntest du bitte, wenn du dazukommst, Aufnahmen von dem Synthi machen?? Mich würde brennend interessieren, wie der sich anhört! 😉

    Antwort
  • 25. November 2013 um 16:08
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    Klasse Karte!
    Ich vermute mal eher schwer zu bekommen?!?

    Antwort
    • 27. November 2013 um 12:01
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      Ziemlich schwer. Ich habe in den vergangenen Jahren keine einzige davon zum Verkauf entdeckt. Ich vermute, dass viele mittlerweile entweder recycled oder in Vitrinen oder Retro-Computern von Sammlern verschwunden sind. Vielleicht hat man in den USA mehr Glück, immerhin war die Karte dort weiter verbreitet als hier bei uns in Europa.

      Viele Grüße
      Fabian

      Antwort
  • 13. November 2013 um 16:50
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    Hallo Fabian,

    sind auf der Rückseite der Karte ebenfalls ICs verbaut?

    Gruß
    Mathias

    Antwort
    • 14. November 2013 um 23:13
      Permalink

      Hallo Mathias,
      auf der Rückseite sind keine ICs verbaut.

      Viele Grüße
      Fabian

      Antwort

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