Terratec Wave XTable (dream SAM9708) Wavetable Daughterboard, 16MB

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Das Terratec Wave XTable aus der Reihe „Terratec Producer“ ist ein erst 2005 eingeführtes Wavetabledaughterboard für den (Semi-)Profimarkt, dessen reine Randdaten für Daughterboardverhältnisse schon imposant sind: Insgesamt 492 verschiedene Sounds, 11 Drumkits und 1 SFX Kit im satten 16MB großen ROM, 128 stimmige Polyphonie (Roland Module haben 24/32 stimmige Polyphonie!), soundkompatibel zu GM, GS und XG und GM2. . Aufbereitet wird das Ganze vom SAM9708 Prozessor des französischen Synthesizerspezialisten dream, der natürlich auch einen Effektteil für Reverb- Chorus- und weitere Effekte bietet.

Für den DOS Spieler ist jedoch nur von Belang, wie sich das Daughterboard mit der General Midi Instrumentalisierung schlägt, denn die anderen Standards bzw. Erweiterungen GS, XG oder gar GM2 spielen unter DOS keine Rolle. Bedenkt man, dass die Roland GS-kompatiblen bzw. die Yamaha XG-kompatiblen Module für fast die gleiche Anzahl an verschiedenen Sounds mit 4MB nur ein Viertel des Speicherplatzes zur Verfügung hatten, darf man getrost davon ausgehen, dass die Qualität der Samples entsprechend besser ist als bei den alterwürdigen Modulen, deren Sampleaufzeichnung in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts stattfand.

Das Resultat fällt jedoch sehr durchwachsen aus. Grandiosen Samples (Drums, einige Streichergruppen, manche Blasinstrumente) stehen quietschende, synthetisch und zerbrechlich klingende Samples (einige Bläser und Streicher) gegenüber. Doch damit nicht genug: Schlimmer als die teils ungleiche Samplequalität ist die extreme Dysbalance der Lautstärke einiger Samples zueinander. Manche Trommeln sind so laut, dass sie andere Instrumente einfach übertönen und so dem gespielten Musikstück zu einer ungewollt neuen Interpretation verhelfen (Track 12). Dafür sind einige Blasinstrumente und Streicher wiederum so leise oder zerbrechlich, als wurden sie nicht von einem Menschen, sondern maximal von einem Nagetier in Wombatgröße eingespielt (z.B. die eindimensional klingende „Trompete“ in Track 15).
Zwar bleibt das Terratec Wave XTable trotz der Schwächen ein Modul der Oberklasse, aber die Summe der Patzer deklassiert das Board, das ohne Zweifel Potential hat, zu einem Spezialistenmodul für Leute, die so viele Module in der Sammlung haben, dass sie sich das XTable nur für bestimmte Spiele aus der Schublade rausholen, in der es nicht zuletzt aufgrund der weitaus ausgewogener klingenden Alternativen wohl die meiste Zeit verbringen dürfte.

Ich persönlich mag den Hang des Moduls zu sehr opulenten Trommeln in vielen Warcraft (2) und Siedler (II) Stücken recht gern, für Spiele der Star Wars Reihe sind mir jedoch die Bläser einfach zu schwachbrüstig und flach.

Natürlich gibt es auch von diesem Modul 21 Originalaufzeichnungen zum Anhören – Viel Spaß dabei!

3 Gedanken zu „Terratec Wave XTable (dream SAM9708) Wavetable Daughterboard, 16MB

  • 20. März 2014 um 01:52
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    Ich frage mich immernoch, woran es liegen könnte, dass bei den beiden Descent-Titeln am Anfang die eigentlichen Instrumente gegen das Klavier ersetzt werden. Das scheint mir aber so ein allgemeiner Bug von den Dream-Synths zu sein.

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    • 8. Juli 2014 um 12:01
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      Das frage ich mich bei meinen Aufnahmen auch immer wieder, da dieses Problem bei allen dream-basierten Modulen auftritt. Natürlich wurde vor jedem Track ein GM-Reset gesendet, um evtl. falsche Instrumentenmappings auszuschließen, daran kann es also nicht liegen.

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      • 10. Juli 2014 um 00:02
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        Bis jetzt musste ich feststellen, dass bei allen Dream-Synths (auch mit Crystal-Beschriftung)außer der auf der Maxi-Studio ISIS das Problem auftritt. Nur dieser eine hat bis jetzt immer alles richtig wiedergegeben, einschließlich bei den SC55 Demo-Songs mit GS-Befehlen.

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