PC-Chips M321 386 / 486 Mainboard mit Ti486DLC-33 und IIT 4C87DLC-33

Die 386er Plattform hatte für Computerverhältnisse eine sehr lange Lebensdauer. Hier zu sehen ist nun eines der letzten Exemplare, mit denen man tief im 486er Zeitalter (Die Garantiesiegel lauten auf September 1993) die technikaffinen Kunden ansprechen wollte, die die größtmögliche Leistung zum kleinstmöglichen Preis wollten. Man bediente die Kunden mit einem 386er Cache-Motherboard, dass mit Prozessoren bestückt war, die auch den 486er Befehlssatz beherrschten und vor allem eines der wichtigsten Merkmale des 486ers, nämlich einen prozessorinternen Datencache, mitbrachten.

Dieses Prozessorset bestand aus der ersten, eigenständig von Cyrix entwickelten (und von Texas Instruments gefertigten und vertriebenen) CPU, dem 486DLC (32-Bit Datenbus), der im Gegensatz zu anderen 386-CPUs 1KB Datencache mitbrachte, was ihm pro Taktzyklus ca. 25% mehr Leistung bescherte. Gepaart wurde der Prozessor mit einer externen Fließkommaeinheit, dem 4C87DLC, einer angepassten Version der bekannten 387er-FPU. Mit dieser Kombination gelang es, bei nur 33MHz Takt  die Budgetkonkurrenz in Form des Am386DX-40Mhz abzuhängen und sogar einen 486SX konstant in die Schranken zu weisen. Bei 40MHz Takt schloß man in manchen Anwendungen fast bis zum 486DX-33MHz auf, der die achtfache Menge an internem Cache hat und den großen Vorteil des integrierten Coprozessors bietet. Getoppt wurde diese Leistung nur noch von den seltenen Clockdoublern für 386er Boards, die es dann auf bis zu 66 MHz brachten. Ein Nachteil war die oft notwendige Softwareanpassung, denn ohne Registerfreischaltung verweigerten viele Boards die Zusammenarbeit mit dem 486DLC. Hier war dann ein damals nicht so übliches BIOS-Update oder aber ein Softwareaufruf unter DOS erforderlich. Aber die 486DLC-Lösung war eigentlich nicht für Aufrüster konzipiert sondern als Komplettlösung für damals neue Rechner in direkter Konkurrenz zu den Einsteiger 486ern. So hat das vorliegende Board, deren CPU’s mit Siegelaufkleber wohl original vom Händler oder OEM verbaut wurden, ein bereits angepasstes BIOS mit der Option „Cyrix 486DLC enable/disable“, welche die Spezialregister und den internen Datencache aktiviert. Dank Taktgenerator kann das Board auch mit 40MHz betrieben werden, was die CPU’s im Stresstest auch stabil schafften. Zusammen mit einer ET4000 von TsengLabs erreicht das System 5.8 Frames im PCPlayer-Benchmark (Schalter „/vgamode“), ein Am386DX-40 erreicht hier nur max. 4 Frames. Die Leistung könnte sogar noch gesteigert werden, wenn man die L2 Cachestrategie von Write-Through auf Write-Back ändern würde. Dazu benötigt man einen Cachechip in der Fassung U32 (direkt über den 4 anderen Cachechips).

Heute sind Komplettboards mit 486DLC und 4C87DLC recht selten geworden, was auch daran liegt, dass die CPU’s mit den großen Preissenkungen der 486er ab 1994 ihren Preisvorteil mehr und mehr einbüßten und so die absolute Menge der ausgelieferten Sets relativ gering war. Heute kommt noch hinzu, dass die große Gemeinde der 386er Liebhaber diese Boards und CPU’s stark nachfragt, was die Preise immer weiter steigen lässt.

4 Gedanken zu „PC-Chips M321 386 / 486 Mainboard mit Ti486DLC-33 und IIT 4C87DLC-33

  • 11. August 2013 um 12:29
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    Es gibt den Ti486DLC auch mit 80Mhz (2×40) 🙂 und die passende Clockdoubling FPU

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    • 18. August 2016 um 17:21
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      66MHz ja, aber 80MHz habe ich noch nicht als Retailprodukt gesehen.

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  • 28. März 2012 um 17:00
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    „Getoppt wurde diese Leistung nur noch von den seltenen Clockdoublern für 386er Boards, die es dann auf 50 MHz brachten…“

    Die gabs auch auch mit 66 MHz 😉

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    • 28. März 2012 um 19:45
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      Da hast du vollkommen recht. So ein Teil würde ich gern mal „live“ erleben. Danke für die Korrektur!

      Antwort

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