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Creative Sound Blaster AWE32 CT2760

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Der SoundBlaster AWE32 ist nichts anderes als eine SoundBlaster 16 Soundkarte mit integriertem Wavetablesynthesizer mit der Möglichkeit, die Patches aus dem integrierten 1MB ROM (umkomprimiert) oder aus dem bis zu 28MB großen Ramspeicher (RAM-Bestückung : 2 gleiche 30-pol Simm Module bis max. 16MB, davon sind max. 28MB nutzbar (da trotz 1MB ROM Größe 4MB für eben diesen reserviert sind)) zu laden. Der zuvor auf dem WaveBlaster II Daughterboard eingesetzte Synthesizer EMU-8000 der zugekauften Firma EMU bietet einen Effektprozessor mit Chorus- und Reverbfunktion, den man auch auf den OPL3-Sound anwenden kann. Die Karte ist des weiteren zum AdLib- SoundBlaster- und SoundBlaster 16 Standard kompatibel, SoundBlaster Pro wird zwar unterstützt, allerdings durch einen Hardwarebug wie beim SoundBlaster 16 nur in Mono. In der Praxis ist dieser Umstand meist irrelevant, denn weit über 99% aller Spiele, die Stereoeffekte über SoundBlaster Pro anbieten, haben auch eine Stereooption für SoundBlaster 16.

Möchte man anstelle des EMU-8000 Synthesizers auf einen anderen Synthesizer setzen, kann man über den WaveBlaster-Header diverse Daughterboards anschließen, allerdings leidet die AWE32 wie auch die SoundBlaster 16 unter dem fehlerhaften DSP, der bei gleichzeitiger Wiedergabe von digitalen Effekten und Midi-Musik zum sog. Hanging-Notes-Bug führt. Die hier gezeigte Version verfügt auch über den erfolglosen ASP-Chip, der für eine hardwarebasierte Sprachkomprimierung sorgen sollte, die aber aufgrund des fehlenden Supports seitens der Softwarehersteller von kaum einem Programm, geschweige denn Spiel, unterstützt wird. Auch CD-ROM Laufwerke der damals vorherrschenden Standards können direkt angeschlossen werden. Dies alles und der nicht allzuhohe Integrationsgrad macht den SoundBlaster AWE 32 zu einer der ISA-Karten, die die volle Baulänge fast ausschöpfen.

Größtes Manko des EMU-8000 Synthesizers war seine Hardwareanbindung. So musste der Wavetablesynthesizer zwei seiner Stimmen für die Durchleitung des OPL3-Parts zum gemeinsamen DAC reservieren, was ihm seine Hardwarekompatibilität zum General Midi Standard kostete und Creative Labs zwang, eine proprietäre Schnittstelle zu realisieren. So kann man den Wavetable unter DOS nur nutzen, wenn ein Spiel die Karte direkt unterstützt oder man installiert einen Treiber (AWEUTIL), der eine Softwarekompatibilität zu General Midi herstellt, indem die Anforderungen von General-Midi an die entsprechenden Adressen der EMU-8000 Hardware umgeleitet werden. So lassen sich mit diesem Tool Spiele, die im Real-Mode laufen, auch mit General Midi nutzen, auch eine MT-32 Emulation steht zur Verfügung, diese jedoch nicht im intelligent Mode, der für manche Spiele obligatorisch ist.

Eine weitere Einschränkung betraf die Möglichkeit, Soundfonts in den Karteneigenen RAM zu laden. Unter DOS gibt es keine Möglichkeit, komplette Soundbänke in Spielen zu nutzen. Direkt unterstützte Spiele griffen daher meist auf den 1MB Soundfont im ROM zurück, der mehr oder weniger „durchwachsen“ klingt.
Die vielen guten Soundfonts (durch die weite Verbreitung wurden etliche gute Soundfonts entwickelt, es gibt auch Konvertierungen von Yamaha, Roland und Gravis) für die AWE-Karten liegen im SF2-Format vor und konnten im nativen DOS entgegen anders lautender Berichte NICHT genutzt werden; dafür aber auch in DOS-Spielen, die unter Windows ausgeführt wurden.

Ich habe wie üblich einige Soundbeispiele mit dieser Karte aufgenommen, es handelt sich dabei um Aufnahmen vom internen Soundfont im ROM der Karte:

Während Indiana Jones und Tie-Fighter doch recht ordentlich klingen, ist die Instrumentalisierung für Doom völlig ungeeignet. Das Spiel klingt mit der AWE32 einfach nur grausam.

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