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PC-Chips M577 Rev. 3.0 (VIA MVP3) Super Socket 7 Motherboard

Ein besonderer Schatz für (Super-) Sockel 7 Fans, das PC-Chips M577 (auch verkauft als Ampron PM9900).

Die Worte „Schatz“ und „PC-Chips“ in einem Satz zu lesen, mag einige Leser auf den ersten Blick vielleicht verwirren, genießt die fernöstliche Großmanufaktur hierzulande doch einen -gelinde gesagt- zweifelhaften Ruf. Diesen hat sich der Hersteller von Billigboards auch wirklich hart erarbeitet: Angefangen mit 486er Boards mit Fake-Cache über abstürzende Boards die Ihre Spezifikationen nicht einhalten konnten bis hin zu Boards mit umgelabelten Chipsätzen wie VX-Pro oder TX-Pro- es ist eine lange Geschichte. Jedoch hat jede Medaille auch zwei Seiten: Die Gier der Käufer nach günstigsten Boards hat so manchen PC-Laden dazu gebracht, diese Boards massenhaft zu ordern und an den Mann zu bringen. So wurden unglaubliche Stückzahlen produziert und abgesetzt, teils mit großer Qualitätsstreuung. Diese für den Hersteller erfreulichen Absatzzahlen haben zum Ende der Sockel-7 Era schlußendlich dazu geführt, dass PC-Chips zum ernstzunehmenden Konkurrenten für die alteingesessenen Motherboardproduzenten avancierte. Durch das angehäufte Kapital hatte man auch nicht mehr nötig, billige Platinen auf den Markt zu werfen, mittlerweile (1999) ließ man beim Qualitätshersteller Elpina fertigen. Das führte zu einer enormen Steigerung der Qualität und reduzierte die Ausfallzahlen erheblich.

Doch nun zum vorliegenden Motherboard:

Technische Eigenschaften:

  • Super Sockel 7 für Sockel7 CPU’s (von 60-100MHz Bustakt)
  • 3x SD-RAM DIMM Steckplätze (Spannung wählbar zwischen 3.3V und 5V), Bestückung max. 3x128MB = 384MB
  • über angepasstes BIOS Support bis 128GB Platten (sonst 32GB) sowie K6-II+ /K6-III+ /K6-IIIE+
  • VCore von 2.0V bis 3.5V in 0.1 Schritten
  • AT- und ATX- Stromanschlüsse
  • 1 MB Cache on Board (5ns)
  • VIA MVP3 Chipsatz mit Rev.B Southbridge
  • CMI 8330 ISA-Soundchip (SB-PRO sowie echte SB-16 Kompatibilität unter DOS, dazu WSS, Direct Sound, Aureal 3D usw.)
  • 1x AGP (2x), 3xPCI, 2x ISA Slots
  • 2x USB über ATX Form Card
  • 1x PS/2 über ATX Form Card
  • 2x seriell, 1x parallel
  • 2xIDE (UDMA33) und 1x FLOPPY
  • 1x Gameport, IR-Header, Digital-IN/OUT

Die technischen Daten stellen eine wirklich gute Ausgangsbasis für ein performantes und stabiles Sockel-7 System dar. Darüber hinaus ist das Layout aufgeräumt, es lässt sich sogar ein Voodoo2-SLI Gespann betreiben, der CPU-Sockel ist weit genug von der Kartenkante entfernt. Nutzt man das Board aus Basis für ein K6-2+ oder gar K6-3+ System, wird der 2nd Level Cache zum 3rd Level Cache. 1MB On-Board Cache ist für ein Baby-AT Board viel, damit wird der gesamte Arbeitsspeicher unabhängig von der Bestückung abgedeckt. Gegenüber älteren Versionen bietet die Revision 3.0 auch eine bessere Spannungsversorgung für stromhungrige Grafikkarten: Voodoo3 Karten, ja sogar Geforce-Karten laufen absturzfrei.

Was sich hier wie ein Lobgesang auf den zweifelsohne zweifelhaftesten Hersteller der Motherboardgeschichte liest, ist lediglich pure Sachlichkeit. Für den Soundchip gibt es brauchbare DOS-Treiber, die sogar eine SoundBlaster 16-Kompatibilität mitbringen und auch SoundBlaster Pro in Stereo beherrschen – also mehr als das Original! Für DOS-Spiele lässt sich problemlos eine Midi- oder Wavetablekarte zusätzlich stecken.

Sicher gibt es auch andere Hersteller, die gute Super Sockel 7 Boards für Baby-AT herausgebracht haben (z.B. ASUS P5A-B), allerdings oft mit ungeschickter CPU-Sockelposition für lange PCI-Karten (z.B. Chaintech 5AGM2).

So bleibt als Fazit, dass der Hersteller in seiner Historie mit anderen Modellen sehr viel falsch, mit dem M577 (vor allem für uns Retro-Fans) jedoch fast alles richtig gemacht hat.  Wenn Ihnen ein solches Board über den Weg läuft – unbedingt zuschlagen. Leider wird es nur noch selten angeboten.

PC-Chips hat es sich auch bei diesem Board nicht nehmen lassen, für ein wenig Verwirrung zu sorgen: So tragen der Chipsatz und auch der Sound-Chip Bezeichnungen, die sich in keinem Datenblatt der Welt wiederfinden lassen. Marketing ist alles, dachte man sich und nannte den als MVP3 bekannten VIA Chipsatz kurzerhand „PC100 AGP Pro“ und den schnöden CMI CM8330 Soundchip wohlklingend „Sound Pro“, sogar noch mit der irreführenden Bezeichnung „PCI“ – obwohl es sich um einen über den ISA-Bus angebundenen Chip handelt.

Während der Hersteller ein Bracket für den Soundchip beilegte, bot er das Highlight, die sogenannte ATX-Form Card, die neben 2x USB auch einen PS/2 sowie einen IR-Anschluß bietet, nur optional gegen Aufpreis an.

Downloads:

  • BIOS / TREIBER / MANUAL – sobald ich die Zeit dafür finde.

Interessant:

Ein Retrorechner auf Basis des M577 könnte in etwa so bestückt sein:

23 Kommentare zu PC-Chips M577 Rev. 3.0 (VIA MVP3) Super Socket 7 Motherboard

  • Ecki

    Hi @all
    und besonders @soggi,

    ich noch mal zum board:
    MoBo ist bestückt mit 3x identischen Samsung 128 MB SDRAM PC133 1seitige Module. BIOS zeigt aber nur 256KB RAM an. Ein Kreuztausch der RAM´s bringt nichts. Die „Chipset features“ im BIOS zeigen jedesmal:

    Bank 0/1 DRAM Timing = FP/EDO 70ms (–> änderbar; aber nicht auf „SDRAM“)
    Bank 2/3 DRAM Timing = SDRAM 10ms
    Bank 4/5 DRAM Timing = SDRAM 10ms.
    BIOS Version: PM9900 Release 03/09/1999 patch J.2 06/21/2002
    03/09/1999-PM9900+ITE866-2A5LEH0AC-00

    Wer könnte hier Licht in´s Dunkel bringen?
    Würde gern alle 3 Module nutzen.

    Danke für Antwort(en),
    Gruß
    Ecki

    • FGB

      Scheinbar werden die Module in Bank 0/1 nicht erkannt.
      Probier mal nur die Bank mit allen drei Modulen durch und lass die beiden anderen Bänke frei. Du solltest dann überhaupt kein Bild bekommen. Schau dann genau nach, ob evtl. eine mechanische Beschädigung an einem der Pins der Bank vorliegt. Wäre zwar schade, aber auch nicht weiter tragisch, mit den beiden funktionierenden Bänken hast du ja noch genügend Spielraum für eine gute Speicherkonfiguration.

      • Ecki

        Hallo FGB,

        danke für diese Infos. Habe ich ausprobiert – auch wenn in Bank 0/1 gar kein RAM steckt, wird das DRAM Timing für diese Bank mit „FP/EDO 70ms“ angezeigt. Schäden: keine sichtbar auf den ersten Blick, aber die Platine ist im Bankbereich mittig leicht nach unten „durchgebogen“, so dass die Kontakte der eingesetzten RAM´s mittig kaum erkennbar aus der Bank herauslugen…ist mir eben erst aufgefallen. Könnte ich denn 2x 256er Module verwenden statt der 128er? Und wenn ja, welche? Stabilität?

        Gruß
        Ecki

        • FGB

          Hi Ecki,

          ich meinte mit ausprobieren eher, ob das Board überhaupt startet, wenn ausschließlich ein Riegel in der entsprechenden Bank steckt. Probiers mal aus.

          Ganz generell können Biegungen von Platinen für Haarrisse sorgen und auch Lötstellen beeinflussen. Das ist, wenn das Problem in einem der inneren Layer der Platine stattfindet, oder die Lötstelle unter einem Chip ist, von außen natürlich nicht zu sehen.

          Ich hatte das Board seinerzeit erfolgreich mit 2x 256MB PC133 Infineon Riegeln (double sided) in Betrieb. Das klappte hervorragend und lief vollkommen stabil. Aber für die Zwecke (W9X Games) hätten 256MB auch vollkommen ausgereicht.

          Viele Grüße
          Fabian

    • soggi

      Hallo Ecki,

      du hattest ja unter anderem nach einem BIOS Update gefragt. Hast du das aktuelle BIOS selbst geflasht, oder war das schon drauf? Das PM9900 ist zwar baugleich (eine OEM-Auftragsfertigung), persönlich würde ich aber immer das Original-BIOS bevorzugen. Das scheint das BIOS von der bekannten k6plus Seite zu sein. Eventuell kann dein RAM-Problem damit zusammenhängen…schwer einzuschätzen. Irgendwelche Schäden sind unwahrscheinlich, sonst würde das System whs gar nicht erst starten.

      Da ich das Board selbst besitze, habe ich das original BIOS „03/06/1999 S“ 2009 selbst gemoddet, mit folgendem Changelog:

      *up to 10% performance increase
      *all options activated in setup
      *CPU support fixed
      *HDD-support up to 137GB
      *UDMA fixed

      Du könntest dieses BIOS noch ausprobieren, allerdings möchte ich keine Garantie auf die Funktion geben…bei mir lief es allerdings einwandfrei.

      Viele Grüße
      soggi

      FGB, bitte übersende Ecki meine Mail-Adresse, damit er mit mir Kontakt aufnehmen und ich mit ihm abklären kann, was er alles benötigt und die entsprechenden Dateien zusenden kann.

      • Ecki

        Hi @soggi,

        das genannte BIOS war schon drauf. Und ich muss nicht unbedingt ein anderes – gemoddetes – BIOS ausprobieren, um herauszufinden, ob vielleicht alle drei Bänke funzen. 2x128MB reichen für´s Erste sicher aus – aber dennoch hier erstmal Danke für das „Ausprobierangebot“.
        Was die Treiber anlangt: ich weiss nicht genau, welche überhaupt sinnvoll einsetzbar wären, genannt war zunächst mal USB, aber braucht´s nicht auch Chipsatz-/Grafik-/…? Die Maschine hat eine AGP-GraKa, 2x VooDoo2 im SLI-Verbund, 5.25 + 3.5´´ Disketten, 1x HDD 40GB, und ich will gerne einen (bootfähigen) IDE-Controller mit einer CF-Karte einsetzen (–> maximal erlaubte Größe CF?), auf der DOS 622 und alternativ WIN98SE gebootet werden können. Denkbar wäre auch eine weitere CF-Karte als HDD-Ersatz, direkt im IDE-slot, oder auch ein DOM (–> max Größe? / geht das überhaupt?)

        Gruß
        Ecki

        • FGB

          Durch das neueste BIOS kannst du problemlos Karten bis 128GB benutzen. Das BIOS erkennt über auto-detect idR. die Werte der Karte und konfiguriert sie. Wichtig ist, dass du dann unter DOS oder Win9x die Karte partitionierst, formatierst und das System aufspielst. Oft ist dabei auch das Schreiben des Master Boot Records via „fdisk /mbr“ nötig, damit von der CF-Karte / dem DOM gebootet werden kann.

          Treiber wirst du selbst finden können – Chipsatz: VIA MVP3. Der Treiber heißt VIA 4 in 1. Die Treiber für die Steckkarten sind dann entsprechend danach zu installieren.

        • soggi

          Hallo Ecki,

          wie du magst @BIOS, wollte es nur angeboten haben. 512 MB können es unter Win98SE schon sein, bei neueren Kombos auch gern 1024 und mehr – kommt halt darauf an, was man mit der Kiste vor hat.

          USB 1.x Treiber sind bei Win98SE dabei, Maus/Tastatur werden auch unterstützt. Nur andere Geräte inkl. USB-Sticks benötigen Treiber, die gibt’s vom Hersteller. Als Chipsatztreiber nimmst du entweder die alten VIA 4in1 4.43 oder die neueren Hyperion 5.xx, wobei da die letzte Version nicht komplett unter Win9x funktioniert, außerdem gibt es einzelne Bestandteile in einer neueren Version…das muss ich selbst noch für meine Seite zusammenbasteln.

          Für die Voodoo2 gibt’s u.a. bei mir die letzten Referenztreiber…Hersteller spezifische Treiber sind meist veraltet, lassen sich aber auch auftreiben (je nach Hersteller).

          Was du für die AGP-Graka brauchst, kann ich jetzt schlecht erraten.

          Handbuch zum Board hab ich als PDF da, wie gesagt.

          Viele Grüße
          soggi

  • Ecki

    bin auch im Besitz dieses MoBo. Mir fehlen allerdings Handbuch/Treiber. Wer kann helfen?
    Speziell die Anschlüsse für LED, POWER, RESET, Speaker stc. sind unklar. Wo/wie auf dem board müssen diese auf der Steckerleiste angeschlossen werden?
    Danke für Hilfe, Gruß
    Ecki

  • Markus

    Ein klasse Mainboard. Ich betreibe es mit einem K6-3+ 400Mhz 1.6V @ 600Mhz 2.0V, ebenfalls einer Voodoo 3 3000 und 3x 128MB PC100. Diese Kombination läuft stabil.

  • Ivan Drago

    Warum steht da eigentlich bei max. RAM Bestückung 384 MB ?
    Der MVP3 kann doch normalerweise mindestens 768 MB mit drei zweiseitigen 256 MB Modulen.

    • FGB

      Weil laut Handbuch nur 384MB RAM unterstützt werden.
      Das gleiche steht übrigens auch im Handbuch des EPOX MVP3G5.
      Zutreffend ist, dass doppelseitige 256er Module laufen, allerdings längst nicht alle stabil. Ich hatte das Board (M577) mal mit zwei doppelseitigen Infineon 133ern im Betrieb, das lief einwandfrei. Mit Apacermodulen hängte es sich auf.
      Vielleicht war es den Boardherstellern teilweise zu unsicher, die Boards für 256MB pro Bank freizugeben. Könnte ich mir zumindest vorstellen.

      Viele Grüße
      Fabian

      • soggi

        Dieses Board habe ich auch inklusive brackets…ich mag diese kuriosen Dinger von PCChips, Elitegroup, ASRock usw. – mal was anderes! PCChips hat zu dieser Zeit echt seltsame Boards rausgebracht, hab auch noch ein M599LMR mit SiS 530 – hat leider kein AGP, dafür aber Audio, VGA und LAN (wozu mir leider das bracket fehlt).

        Bezüglich der RAM-Bestückung:
        Handbücher sind oftmals, gerade was das betrifft, einfach falsch oder veraltet – deshalb verwende ich in der Board-Beschreibung immer das real mögliche bzw. die Daten des Chipsatzes.

        Viele Grüße
        soggi

  • FGB

    Hallo,
    danke für dein Lob, das freut mich sehr. Ich werde demnächst mal das Hauptbild von M577 erneuern, denn seit Anfang des Jahres habe ich eine wesentlich bessere Kamera.

    Vielen Dank auch für dein Feedback. Ich finde es gut zu lesen, dass es User gibt, die mit dem Board zufrieden sind und es mit diversen Steckkarten stabil betreiben. Ich kenne mittlerweile bestimmt schon eine Handvoll Leute, die exakt dieses Board im Retrorechner in Betrieb haben und alle sind zufrieden damit. Ist deine CPU ein K6-III oder ein K6-3+ ? Die K6-III werden wegen der höheren Spannung und des gröberen Fertigungsprozesses ja wesentlich wärmer, da wären die 550MHz umso beachtlicher. Was hast du denn für eine Soundkarte gesteckt?

    Viele Grüße
    Fabian

  • Robert

    Habe auch dieses Kuriose Mainboard mit einen K-6-III und einer Voodoo 3 3000 Grafik läuft Super ideal für alte 3DFX Spiele

    • FGB

      Das ist eine gute Kombination. Zumal die Voodoo 3 ja fast die Leistung eines SLI-Systems erreicht. Ich habe mich allerdings gegen die V3 entschieden, da diese im Gegensatz zur V2 nicht vollkommen kompatibel zu den ersten Glide-Spielen ist. Ich denke da z.B. an Schleichfahrt unter DOS. Aber ich glaube die Windows-Glide Spiele laufen auch alle mit einer V3.

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